Wie entwickeln andere Länder Mountainbike-Angebote strategisch weiter – und was lässt sich daraus für Deutschland lernen?
Im DACH-Panel richten wir den Blick über die Grenze und stellen zwei unterschiedliche nationale Ansätze vor, die zeigen, wie Mountainbiken politisch, strukturell und planerisch verankert werden kann.
Dominik Hug von SchweizMobil gibt Einblicke in die Schweizer Perspektive. Mit dem Veloweggesetz wurde dort ein bundesweiter Rahmen für die Planung und Entwicklung von Rad- und Freizeitwegen geschaffen. Welche Rolle klare Zuständigkeiten, verbindliche Standards und abgestimmte Planungsinstrumente dabei spielen, zeigt er anhand konkreter Erfahrungen aus der Umsetzung. Grundlage ist unter anderem ein neues Planungsdokument zur Entwicklung von Mountainbike-Infrastruktur für Kantone und Kommunen.
Anschließend richtet sich der Blick nach Österreich: Johannes Prem vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft stellt die Mountainbike-Koordination Österreich sowie den laufenden Prozess zur Entwicklung einer nationalen Mountainbike-Strategie vor. Im Fokus steht die Frage, wie unterschiedliche Interessen – von Tourismus über Forstwirtschaft bis hin zu Sport und Regionalentwicklung – besser verzahnt und langfristig in eine gemeinsame Strategie überführt werden können.
Der Programmpunkt zeigt zwei unterschiedliche Wege auf, wie Mountainbiken in föderalen Systemen weiterentwickelt werden kann – von klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen bis hin zu koordinierten Strategieprozessen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutieren wir im Anschluss, welche Erkenntnisse und Ansätze sich daraus für Bund, Länder und Kommunen in Deutschland ableiten lassen.
Dominik Hug
Projektleiter Mountainbike · SchweizMobil
„Mountainbiken ist Kopfsache – ob in der Planung, auf dem Trail oder bei Bikegegnern. Eine saubere Planung, belegbare Fakten und ein frühes Einbeziehen der relevanten Interessen baut Widerstände ab und schafft Raum für neue Allianzen.”
Dominik Hug ist Projektleiter bei der nationalen Fachstelle Mountainbike. In dieser Funktion berät er Kantone, Gemeinden, Destinationen sowie Fachplanungsbüros bei der Umsetzung des Veloweggesetzes. Im Auftrag des Bundesamts für Strassen (ASTRA) arbeitet er an der Entwicklung von Grundlagen und Standards für Planung, Bau, Signalisation und Unterhalt von Velowegen. Dabei kooperiert er eng mit Planungsbüros und nationalen Partnerorganisationen wie den Schweizer Wanderwegen und der Beratungsstelle für Unfallverhütung und steht im Austausch mit den kantonalen Fachstellen für den Langsamverkehr.
Johannes Prem
Bereichszuständiger - Fachbereich Freizeitnutzungen im Wald · BMLUK Österreich
„Wissen bündeln, Interessen ausgleichen, Umsetzung ermöglichen. Österreich entwickelt Mountainbiken bewusst im Rahmen eines Sektor übergreifenden Prozesses – über Tourismus, Sport, Forst, Mobilität und Regionalentwicklung hinweg.”
Johannes Prem ist im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft tätig und arbeitet dort in der Sektion Forstwirtschaft und Regionen mit Schwerpunkt forstliche Legistik und Rechtspolitik. Er hat Forstwissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien sowie Rechtswissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz studiert und ist diplomierter Konfliktmanager und Mediator. Mit über 20 Jahren Erfahrung in den Bereichen Waldinformation und Wald- und Rechtspolitik verantwortet er unter anderem die Organisation und Koordination des Fachbereichs Freizeitnutzungen im Wald. Als passionierter Radfahrer bringt er auch praktische Perspektiven in seine Arbeit ein.