So klappt es mit dem Forst

Verwaltungspraxis zwischen Naturschutz und Nutzung – Ansätze der Forstverwaltung und staatlicher Forstbetriebe für offizielle MTB-Strecken

Donnerstag 18. Juni · 13:15 –14:15

Rahmenwerke für Mountainbiken im Wald

Mit der wachsenden Bedeutung des Mountainbikens im Wald steigt auch der Bedarf an klaren, nachvollziehbaren und praxistauglichen Verfahren. Forstbetriebe und Behörden stehen vor der Aufgabe, forstliche Bewirtschaftung, Natur- und Artenschutz sowie Erholungsnutzung miteinander in Einklang zu bringen. Gute Rahmenwerke können dabei helfen, Projekte nicht jedes Mal neu zu verhandeln, sondern Erfahrungen nutzbar zu machen, Abläufe zu strukturieren und Konflikte frühzeitig zu reduzieren.

In mehreren Bundesländern sind in den vergangenen Jahren Leitlinien, Dienstanweisungen und andere Regelwerke für Mountainbike-Projekte entstanden. Sie behandeln Themen wie rechtliche Grundlagen, Zuständigkeiten, Anforderungen an Planung und Bauweise sowie die Strukturierung von Genehmigungsprozessen. Damit schaffen sie Orientierung – für Verwaltung und Forst ebenso wie für Projektträger, Kommunen, Vereine und weitere Beteiligte.

Die Session richtet den Blick auf Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen aus der Entwicklung und Anwendung solcher landesweiten Regelungen: Welche Ausgangslagen und Zielsetzungen standen am Anfang? Wie wurden Prozesse aufgebaut und Akteur:innen eingebunden? Welche Rolle spielen standardisierte Verfahren, wenn Projekte schneller, verlässlicher und konfliktärmer umgesetzt werden sollen?

Gleichzeitig geht es um die praktische Wirkung: Wie bewähren sich die Rahmenwerke im Alltag? Was verändert sich in der Zusammenarbeit mit Projektträgern? Wo schaffen sie Klarheit – und wo stoßen sie an Grenzen?

Die Session zeigt unterschiedliche Ansätze aus den Bundesländern und fragt, welche Erkenntnisse sich daraus für andere Regionen ableiten lassen.

Martin Grünebaum

Referent Kulturelle Waldleistungen · Landesforsten Rheinland-Pfalz

Fiona Spotswood

„Partizipative Planungen, die zu attraktiven legalen Angeboten führen, sind der Schlüssel, um gemeinsame Erfolge mit guter Lenkungswirkung zu organisieren.”

Forstdirektor Martin Grünebaum von Landesforsten Rheinland-Pfalz organisierte bereits als Forststudent in Göttingen im Jahr 1987 seine Alltagsmobilität mit einem Mountainbike, das ihm ein Studienkollege extra aus den USA mitbrachte. Noch heute nutzt er gelegentlich sein "Bio-Bike", um auf den Waldwegen rund um Bingen aktiv zu bleiben. Nach einem Berufseinstieg, der vom Holzverkauf geprägt war, widmet er sich seit 2004 vermehrt den kulturellen Ökosystemleistungen des Waldes, mit dem Fokus auf Tourismus, Freizeitnutzung und Sport.

Seine zentralen Aufgabenbereiche als „Tourismusförster" in Rheinland-Pfalz umfassen die Darlegung der Waldperspektive und die Vernetzung von Landesforsten mit relevanten Gremien, Organisationen und Akteuren im Bereich Freizeit, Erholung, Sport und Tourismus.

Juliane Soccodato

Vorstandsbüro der Betriebsleitung · Forst BW

Fiona Spotswood

„Legale Trails im Staatswald dienen in erster Linie dem Schutz des Waldes sowie der Lösung und Vorbeugung von Konflikten. Die Zusammenarbeit und Vernetzung mit der lokalen Bike-Community und ehrenamtlichen Trailpaten ist ein großer Mehrwert bei der Realisierung von Trail-Projekten.”

Juliane Soccodato ist Mitarbeiterin im Vorstandsbüro der Betriebsleitung von ForstBW in Tübingen-Bebenhausen. Dort koordiniert und bearbeitet sie betriebsübergreifende Themenfelder wie Nachhaltigkeitsberichterstattung, Gemeinwohl- und Klimabilanzierung sowie Fragestellungen rund um Mountainbiken und Radfahren im Wald.

Peter Edeling

Teilbereichsleiter Weitere Geschäfte · Bayerische Staatsforsten

Fiona Spotswood

„Entscheidend ist die Umsetzung von Projekten, die langfristig wirksam und nachhaltig erfolgreich sind.”

Peter Edeling ist als Teilbereichsleiter „Weitere Geschäftsfelder“ bei den Bayerischen Staatsforsten für die Entwicklung und Steuerung ergänzender Nutzungsbereiche verantwortlich. Dazu zählen unter anderem Angebote rund um Erholung, Naturerlebnis, Besucherlenkung sowie die Weiterentwicklung entsprechender Infrastruktur und Kooperationen. Der Bereich umfasst damit Geschäftsfelder jenseits der klassischen Holzproduktion und ergänzt die multifunktionale Ausrichtung der Bayerischen Staatsforsten.

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