Neue Wege für starke Wege – Wie Erholungsinfrastruktur langfristig gesichert und getragen werden kann
Wie lässt sich das große Netz an hochwertigen Rad- und Wanderwegen langfristig sichern, pflegen und weiterentwickeln?
In Deutschland ist in den letzten zwanzig Jahren eine nahezu flächendeckende Infrastruktur an Rad- und Wanderwegen entstanden. Dieses Angebot ist ein zentraler Baustein für Tourismus, Naherholung und regionale Entwicklung. Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass sich diese Infrastruktur angesichts knapper werdender öffentlicher Mittel ohne neue Modelle künftig nur schwer in dieser Qualität und diesem Umfang erhalten lassen wird.
Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass die Einrichtung und Unterhaltung von Freizeitwegen bislang keine staatliche Pflichtaufgabe ist. Entsprechend fehlt es an dauerhaft gesicherten Finanzierungs- und Organisationsstrukturen. Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement, das über viele Jahre hinweg maßgeblich zum Aufbau und zur Pflege der heutigen Infrastruktur beigetragen hat.
Am Beispiel des Donauberglands zeigt Walter Knittel, wie vor diesem Hintergrund neue Ansätze für eine „Grundsicherung“ von Wegen entwickelt wurden. Ausgangspunkt war dabei die Frage, wie sich Tourismus und heimische Wirtschaft stärker miteinander verzahnen lassen – gerade in Regionen mit leistungsstarken Unternehmen und gleichzeitig wachsender Bedeutung von Freizeit- und Lebensqualität als Standortfaktor.
Im Zentrum steht das Wegepatenmodell, das gezielt neue Partnerinnen einbindet und Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Die beteiligten Unternehmen unterstützen dabei nicht nur finanziell, sondern bringen sich auch aktiv in Pflege, Weiterentwicklung und Kommunikation der Wege ein. Gleichzeitig profitieren sie selbst – etwa durch Imagegewinn, stärkere regionale Verankerung, neue Kommunikationskanäle und Impulse für Themen wie Mitarbeiterbindung und Gesundheitsförderung.
Der Workshop richtet den Blick gezielt auf die Übertragbarkeit dieser Ansätze auf die Mountainbike-Infrastruktur. Dabei geht es nicht nur um Finanzierung, sondern um neue Formen der Zusammenarbeit und Rollenverteilung zwischen Tourismus, öffentlicher Hand und Wirtschaft.
Nach einem inhaltlichen Impuls gehen wir in den gemeinsamen Austausch: Welche Akteurinnen kommen als Partnerinnen in Frage? Wie können tragfähige Kooperationsmodelle entstehen? Und wie gelingt es, Verantwortung langfristig zu organisieren?
Walter Knittel
Geschäftsführer · Donaubergland Marketing und Tourismus GmbH
„In freier Anlehnung an Cato gilt für mich: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Erhalt unserer Rad- und Wanderinfrastruktur eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.”
Walter Knittel ist seit 2004 Geschäftsführer der Donaubergland Marketing und Tourismus GmbH. Er engagiert sich in zahlreichen regionalen und überregionalen Gremien und Arbeitskreisen, insbesondere im Bereich Tourismus und Wandertourismus. Als passionierter Wanderer und Radfahrer ist er zudem selbst aktiv in der Entwicklung und Vermittlung naturnaher Freizeitangebote tätig und bringt seine Erfahrung auch als Wanderführer ein.